Offener Brief zur aktuellen Leitungskrise im Gospel Forum

Als langjährige, und teils auch ehrenamtlich tätige Mitglieder des Gospel Forums möchten wir Ihnen gerne unsere Sichtweise auf die Leitungskrise im Gospel Forum zum Ausdruck bringen.

Unser Eindruck ist, dass die Sichtweise der Kritiker von Peter Wenz sehr einseitig in den Presseberichten dargestellt wird. Journalistische Fairness gebietet es, auch die andere Seite zu Wort kommen zu lassen.

Das genannte Minderheitenbegehren entsprach formal einer demokratischen Vorgehensweise, zielte aber primär auf eine grundlegende Änderung der bisherigen Vereinssatzung ab, wofür es kein Mandat der Gemeinde gab. Ebenso demokratisch und nach einhelliger Auffassung führender Juristen auch rechtlich einwandfrei wurden daher aktive und meist langjährige Gemeindemitglieder – zu denen auch einige Unterzeichner zählen – im November neu in den Verein Gospel Forum e.V. aufgenommen, die an der bewährten bisherigen Satzung festhalten wollten. Es ist objektiv feststellbar, dass diese aktuellen Mehrheitsverhältnisse im Verein die Gemeindestruktur gut repräsentieren und somit eine demokratische Meinungsbildung fördern.

  • Wer sind die Unterstützer des Minderheitsbegehrens?

In der Folge eines ungeklärten Konflikts im Vorstand, wurden Mitglieder des Gospel Forum e.V. einseitig informiert und formierten anschließend die entsprechende Bewegung. Wir sind überzeugt, dass ohne diesen einseitigen Vertrauensbruch der ehemaligen Vorstandsmitglieder der Konflikt mit entsprechender Mediation hätte gelöst werden können. Ob sich alle Unterstützer der vereinsrechtlichen Konsequenzen ihres Begehrens bewusst waren, können wir nicht sagen. Was aber ganz objektiv festgehalten werden kann, ist die Tatsache, dass keiner dieser Unterstützer persönlich an dem Konflikt beteiligt oder direkt davon betroffen war.

  • War das „Minderheitsbegehren“ durch christliche Werte (biblisch) motiviert?

Wir wollen den Initiatoren und Unterstützern keineswegs gute Motive absprechen. Tatsache ist aber, dass die zwangsläufig resultierenden Änderungen der Vereinssatzung weder dem demokratisch-mehrheitlichen Wunsch der Gemeinde entsprochen hätten, noch eine positive Kontinuität der bisher gut funktionierenden, biblisch fundierten Leitungs- und Gemeindestruktur gesichert hätten.

  • Wer trägt die Verantwortung im Gospel Forum?

Da die Verantwortung der Gemeinde von den leitenden Pastoren getragen wird, stellen sie auch den Vereinsvorstand, wobei Peter Wenz als leitender Hauptpastor das Amt des Vorstandsvorsitzenden bekleidet. Keiner der im biblischem Verständnis genannten Gründe für eine aktive Amtsabsetzung – eheliche Untreue, Veruntreuung von Geldern, Predigt und Lehre die bewusst im Gegensatz zur Bibel steht – kann Peter Wenz zur Last gelegt werden. Unser Eindruck ist vielmehr, dass die Vorwürfe gegen ihn, persönlichen Interessen oder auch enttäuschten Erwartungen entspringen.

  • Gab es konkrete Versöhnungsinitiativen?

Ja, von unterschiedlichen Seiten. Alle wurden jedoch von Peter Wenz‘ Kritikern einseitig abgebrochen.  Auch ein Unterstützer des „Minderheitenbegehrens“ hat einen guten Vorschlag in der letzten Vereinssitzung des Gospel Forum e.V. unterbreitet. Umso enttäuschter sind wir, dass die Kritiker von Peter Wenz selbst diesen Vorschlag durch den Gesprächsabbruch einseitig zurückgewiesen haben.

  • Wie kann man mit scheinbar unlösbaren Konflikten in einer Gemeinde umgehen?

Der biblische Umgang mit Konflikten sieht Liebe, Ausharren im Gebet, Demut, gegenseitige Achtung, Unterordnung und Wertschätzung vor. Selbstjustiz sehen wir als Resultat von mangelndem Gottvertrauen.  Aber wer außer Gott kann eine tiefgreifende und nachhaltige Veränderung und Erneuerung der Herzen wirken?

Jedoch steht jedem die Option frei, einen anderen Weg außerhalb des Gospel Forums einzuschlagen, wenn er eigene Ziele oder Visionen hat, die nicht mit der weiten Vision des Gospel Forums in Einklang stehen.

  • Wie erleben wir persönlich Peter Wenz?

Peter Wenz, mit dem wir immer wieder eng zusammengearbeitet haben, ist nicht nur kooperations- und kritikfähig, sondern delegiert aktiv und lässt andere Meinungen gelten.

Keiner der Unterzeichner dieses Briefes geht von einer Unfehlbarkeit von Peter Wenz aus! Peter ist ein Mensch wie jeder andere, mit seinen Stärken und Schwächen. Aber er hat in Unterordnung unter Gottes Wort und Seinen Willen die Ausrichtung des Gospel Forums in den letzten drei Jahrzehnten maßgeblich geprägt und hat großen Anteil an den positiven Resultaten. Fehlerlosigkeit kann kein Mensch für sich reklamieren – das tut Peter Wenz auch keineswegs. Und wir selbst waren Zeugen seiner aufrichtigen Bitte um Vergebung, wo sich andere durch ihn unangemessen oder gar ungerecht behandelt fühlten. Aber die Richtung stimmt. Und die Richtung wird durch Gott selbst definiert: möglichst vielen Menschen das Evangelium nahe zu bringen. Das ist der Auftrag jeder christlichen Kirche.

In diesem Auftrag ist das Gospel Forum in den letzten Jahren gewachsen und viele Menschen konnten in lebendiger und nahbarer Weise Zugang zu ihrem persönlichen Erlöser Jesus Christus finden und ein neues Leben beginnen. Viele wirken heute als aktive Christen in ihren jeweiligen Ortsgemeinden, manche haben sich auch dem Gospel Forum angeschlossen. Uns ist nicht die Denomination und Gemeindezugehörigkeit wichtig, sondern die Nachfolge Jesu.

Es ist uns auch wichtig zu unterstreichen, dass wir in keinerlei materiellem oder finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zum Gospel Forum e.V. stehen und dieser Brief nicht von hauptamtlichen Mitarbeitern oder Pastoren initiiert oder inhaltlich beeinflusst wurde.

Wir glauben weiterhin daran, dass durch Besinnung auf göttliche Werte wie Liebe, Vergebung, gegenseitige Unterordnung und Demut, Versöhnung möglich ist und dass Beziehungen wiederhergestellt werden können.

Die Unterzeichner

Christoph Bräuchle, Marta Bräuchle, Georgios Elpasidis, Wassiliki Elpasidis, Mari Franco, Kristiana Frey, Nikolaus Frey, Eduardo Garcia, Arne Garcia-Franco, Sara Garcia-Franco, Johannes Killinger, Melanie Kober, Ana Minutolo, Giuseppe Minutolo, Frank Pfitzer, Kinga Pfitzer, Robert Schmidt, Caroline Schmidt-Schüle, Thomas Seitner, Carolin Seitner, Christel Seitner, Bernd Stahl, Paraskevi Vavelidis, Frank Müller-Wellensiek, Benjamin Wemyss, Irini Wemyss, Dietmar Zappel, Mary-Ann Zappel

(Namen in alphabetischer Reihenfolge),

sowie weitere 7 Personen, die namentlich bekannt sind und persönlich und ausdrücklich ihr Einverständnis zu diesem Brief erklärt haben.